Der neue Zahlungsverkehr für Privatkunden

Der Zahlungsverkehr in der Schweiz wird harmonisiert, gleicht sich den europäischen Verfahren an und wird auf neue Beine gestellt. Sind Privatkunden vom Thema SEPA und der Harmonisierung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz überhaupt betroffen? Der erste Gedanke, "Meine Bank wird das schon machen!", stimmt weitgehend. Dennoch kann es nicht schaden, über die wesentlichen Punkte Bescheid zu wissen. Zumal die Neuerungen im Zahlungsverkehr auch für Privatkunden positive Auswirkungen bringen.

Der neue Zahlungsverkehr wird einfacher und bringt Privatkunden Vorteile

Die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz ist ein Projekt, das den Finanzplatz Schweiz und alle Beteiligten intensiv beschäftigt. Richtig ist, dass Privatkunden von den verschiedenen Phasen der Umstellung eher wenig spüren werden – der Zahlungsverkehr wird einfach perfekt funktionieren, so wie bisher. Tatsache ist aber auch, dass der neue Zahlungsverkehr zahlreiche neue Vorteile für Privatkunden bringt. Ihre Bank wird Sie rechtzeitig informieren, wann und wie sich etwas für Sie ändert. Die wesentlichen Punkte im Überblick:

Neuer Zahlungsverkehr

Einer der Hauptvorteile für Privatkunden liegt darin, dass Grenzen und Hürden in der Schweiz und auch innerhalb von Europa fallen. Der Zahlungsverkehr in der Schweiz wird einfacher und komfortabler – und dasselbe gilt für Zahlungen in ganz Europa. Die neuen standardisierten Verfahren wirken sich in der Regel auch positiv bei den Gebühren aus.

Neue Kontonummern

Mit der Neuausrichtung des Zahlungsverkehrs werden alle Kontonummern, Clearingnummern und BIC durch die IBAN ersetzt. Eine einzige Nummer, international eingesetzt, über welche Bank, Konto, Zahlungsempfänger und Land eindeutig identifizierbar sind. Diese Umstellung betrifft alle Teilnehmer am Zahlungsverkehr im Euro-Raum (EU-Länder mit und ohne Euro plus Island, Norwegen, Liechtenstein, Schweiz, Monaco und San Marino).

Die Reduktion auf eine einzige Nummer, die IBAN, macht den Zahlungsverkehr auch für Privatkunden einfacher. Weil nicht mehr x Elemente notwendig sind, um Zahlungen in Auftrag zu geben, die IBAN genügt.
 

Neue Lastschriftverfahren

Mit der Harmonisierung des Zahlungsverkehrs werden neue Lastschriftverfahren eingeführt, welche auch Privatkunden Vorteile bringen. Innerhalb der Schweiz und vor allem auch im Europäischen Zahlungsraum. Das kann wichtig und komfortabel werden, wenn Sie zum Beispiel eine deutsche Zeitschrift abonnieren oder andere Leistungen im Ausland als Abo beziehen möchten. In der Schweiz schafft die Kombination von Lastschrift und E-Rechnung zusätzlichen Komfort im E-Banking.

Karten werden europäisch

Und damit auch Ihre Maestro-Karte. Zahlen im gesamten EU-Raum wird einfach, schnell und problemlos. Das wirkt sich positiv auf Gebühren und Transaktionszeiten aus. Ihre Bank wird Sie rechtzeitig informieren.

Die Einzahlungsscheine werden ersetzt durch die QR-Rechnung

2019 wird die QR-Rechnung eingeführt, welche alle bisherigen Einzahlungsscheine ersetzt. Das heisst, es gibt nur noch eine einzige einheitliche Lösung mit QR-Code, die für alle Zahlungsarten verwendet wird und die roten und orangen Einzahlungsscheine ablöst. Das macht den Zahlungsverkehr schneller und einfacher, weil mit der neuen QR-Rechnung die Vielzahl von Zahlungsarten und Zahlungsformaten reduziert wird. Ein einziger Beleg genügt für alle Anwendungen.

Das Wichtigste dabei für Privatkunden: Wenn Sie möchten, wird Ihr Zahlungsverkehr durch die QR-Rechnung digital und schneller. Wenn Sie weiterhin auf Papier arbeiten möchten, dann funktioniert die neue Lösung auch analog. Das heisst konkret: Einzahlungen am Postschalter, manuelles Eingeben der Zahlungen im E-Banking oder Zahlungsaufträge in Papier und per Post an die Bank schicken – das alles bleibt weiterhin möglich.

Was ist zu tun für Privatkunden?

Alle gespeicherten Zahlungsempfänger und Daueraufträge müssen vor der Einführung des neuen Zahlungsverkehrs angepasst werden. Bisherig eingesetzte Belegleser, welche die Codierzeile des Einzahlungsscheins erfassen, müssen zwischen 2019 und 2020 ersetzt werden. Durch ein Gerät, zum Beispiel Ihr Smartphone, welches den QR-Code einliest, der neu sämtliche Zahlungsinformationen enthält. Ihre Bank wird Ihnen rechtzeitig alle notwendigen Informationen zur Verfügung stellen und Hilfe anbieten.

Handlungsbedarf besteht im Moment für Privatkunden noch nicht. Auf ISO-20022.CH finden Sie ergänzende Informationen, wenn und wann und in welcher Form etwas zu tun ist.

Auf einen Blick: Die Vorteile im neuen Zahlungsverkehr für Privatkunden
  • Es wird nur noch eine einzige Bank benötigt, um den gesamten Zahlungsverkehr in der Schweiz und in Europa abzuwickeln – in der Regel ohne zusätzliche Gebühren in Kauf nehmen zu müssen.

Die Einführung und die konsequente Anwendung der IBAN als Ersatz für die bisherige Kontonummer vereinfacht den Zahlungsverkehr. Eine einzige Nummer enthält alle Kontoinformationen, für nationale und für internationale Zahlungen.

  • Es ist möglich, Lastschrifteinzugsermächtigungen auch im Ausland zu erteilen (zum Beispiel wenn man eine ausländische Zeitschrift abonnieren will).
  • Zahlungen in den EU-Raum können einfacher ausgeführt werden, in der Regel zu einheitlich tiefen Gebühren (zum Beispiel wenn die Kinder im Ausland studieren oder die soeben gebuchte Ferienwohnung im Ausland bezahlt werden soll).
  • Zahlungskarten können noch einfacher und mit tieferen Gebühren auch im Ausland eingesetzt werden.
  • Die Vielfalt der heutigen Einzahlungsscheine wird ersetzt durch eine einzige Lösung: die QR-Rechnung mit QR-Code. Sie ist voll digital nutzbar, aber auch auf Papier, so wie die heutigen Einzahlungsscheine.

Videos zum Thema

Europäische Zentralbank
Das Video bringt die Vorteile von SEPA kurz und prägnant auf den Punkt.

Bundesministerium der Finanzen
Das Prinzip von SEPA sehr klar und einfach erklärt, mit Fokus auf Privatkunden.

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